Dä Stei mit em Meer dinn
S graue Egge isch am Aabig gröösser gsi als am Mittag – und de Stei wacht nöd wieder uf, egal wie fescht de Theo druckt.
Transcript
Sam: Grad jetz, i genau dere Minute, chrüücht en chliine Bueb – dä heisst Theo – em obersten Escht vom höchste Baum uf ere Insle nache, wo uf keiner Charte staht. Und grad ussert Reichwiiti: es einzigs, ganz chliises Äffli, wo en glänzige Stei i de Pfötli hät und grinst wie en Sieger. Und genau dä glich Morge hät dä Bueb no Angscht gha vor ere Leitere. Wie um Himmels Wille isch er da düre ufe cho? Willkomm bi «Dä Wunderstei» – wo en ganz gwöhnliche Bueb und en chliine graue Stei mit eme Loch mittedüre us eme staubige Estrich i jedi Wält chönd abepurzle, wo's je gäh hät. Insle, wo d Affe regiered. Meer, wo Piraten druf sägled. Nächt, wo fascht en halbe Winter lang duured. Ich bi de Bram, und all das staht i mim Logbuech. Hüt d Site: die allererscht Tür. Es fangt aa an eme ganz gwöhnliche Ziischtig. De Theo isch sächs gsi, und er hät e Sorg mit ume treit, so wie mer es Steinli im Schueh mitschleikt: morn isch die erschti Schwümmstund. S tüüfe Wasser. Sit eme schlimme Morge am Schueltor hät de Theo für sich sälber beschlosse, er seig eifach en Schisser. Näbedra isch em Grospapi sis Huus gsi – de Grospapi une am Hafe bis zum Zvieri. Und genau drum isch d Nia, em Theo sis beschti Gspänli, wo nie stillhaltet, nöd emal im Schlaf, scho under de Estrich-Luke ghockt: genau dört, wo niemert öppis z'sueche hät. D Leitere hät abeghanget wie e Mutprob. De Guetzli, em Grospapi sis alte, zottlige Hündli, isch une ghocket, ei Ohr obenuf. Nia: Uf was warted mer eigentli?! Theo: Ich chönt… villicht… gasch du zerscht? Si isch scho obe gsi, bevor er fertig gredt hät. De Theo isch Sprosse für Sprosse ufe, d Händ fescht zue, i es golde-staubigs Dunkel – und dört isch ei hölzigi Schachtle gstande und hät gwartet: e Kapitäns-Chappe und es dicks bruuns Buech mit eme Schiff druf. Am Rand, i füüf schrääge Wörter: zerscht ei chliine Schritt, Bueb. Die letschte Site sind under altem bruunem Wachs zämepickt gsi; d Nia hät dranne gchrätzlet, aber es hät sich nöd grüert. Und drunder, an eme abgnützte Schnüerli: en chliine graue Stei mit eme Loch mittedüre. Fad wie en Ziischtig. De Theo hät en ufghobe – und d Sorg isch em i d Bruscht uecho, und er hät nöd tue, als seig si nöd da. Theo: Ich ha Angscht, Guetzli. Vor em tüüfe Wasser morn. Vor dere Leitere. Devor, dass ich de Schisser bi. Und de Stei hät em zueglost. Warm isch er worde i sinere Hand. Denn isch er gwachse. D fade Huut isch ufklärt wie Näbel ab eme Fänschter, es Liecht isch inne aazündt worde – gold, wo i grüen-blau übergaht – und düre s Loch: Wasser. Es ganzes Meer. Am Bewege. Möwe, en Himmel i de Farb vo Sirup. En Ozean, läbig, i eme Stei chliiner als sini Fuscht. Theo: …oh. En Insle isch düre s Loch ufgstige, grüen-gold – und s Liecht isch use gsprudlet, bis en Türe drus zwüsche de Schachtle gstande isch. De Guetzli isch schnuergrad druf zue trottet. Als Erschte düre. Immer. De Estrichbode isch wägkeit. Warmi Luft, dick wie en Umarmig. Blätter so gross wie Ässteller. Tuusig chliini Stimmli irgendwo obe. Sie sind uf eme Escht gstande, so breit wie en Trottoir, und d Nia hät sich im Chreis dräiht und a de Finger zellt, so wie si's immer macht und nie seit, wieso. Nia: Theo, Guetzli, ich. Theo, Guetzli, ich. D Türe hät sich zämeglegt gha. Em Theo sis Härz isch gsprunge – aber düre s Loch vom Stei isch dä Estrich gsi: staubig, gold, am Warte. De Stei isch d Türe gsi. De Wäg hei isch grad da gläge, i sinere Hand. Denn sind d Bäum läbig worde – Affe, Dutzendi, Hunderti. Und genau i dem Momänt isch en chliine grau-gold Blitz us de Blätter abegheit, hät de Stei ab em Schnüerli gschnappt und isch grad wieder ufe. Theo: De Stei! Das isch üsi Tür hei! Sie sind gsprunge – und dört isch si ghockt, drü Escht höcher, s chliinste Äffli, wo si je gseh händ, und hät de glänzig Stei ghebt wie en Pokal. D Nia isch gsprunge; s Äffli isch zur Siite gwütscht, ohni sich z'beeile. Also hät d Nia e Liane packt. Nia: Deck mi! Si isch witt uusegschwunge, schnäll zrugg cho, hät gschnappt – und s Äffli isch im letschte Momänt zur Siite gstige, und d Nia isch a nes Büschel riisige Blätter verbiigseglet. Nia: Das han i mit Absicht gmacht. Denn isch es no schlimmer worde. Sie händ e Falle probiert – d Nia obe umenand, de Theo em undere Wäg naa, de Guetzli hät d Landewurzle bewacht mit sim offizielschte Gsicht. Für ei Sekunde hät's klappt. Denn isch si zwüschet ihri zueklappende Händ düre gheit, hät uf em Guetzli sim Rugge abgfäderet und isch no höcher gschosse. Jede Fähler hät si höcher braacht, mit ihre d Tür hei – bis d Jagd um die grosse Bäum umeglenkt isch, und gstoppt hät. Toteschtill. De Dschungel hät eifach… ufghört. Ei Egge vom Blätterdach isch grau gsi. Nöd schatte-grau – äsche-grau. Blätter wie Papier, kei Gschmack, kei Lärm, gar nüüt. S chliine Äffli hät am Rand hert abbremst und isch nöd nächer gange. Em Guetzli sind d Ohre flach worde. D Affebande isch nacho cho – und hät d Chrise komplett ignoriert. Drü grossi Affe händ aagfange, ganz eernschthaft, de Guetzli z'putze; en vierte hät em e Fruchtschale uf de Chopf balanciert. Er hät si treit, wie's Küng tüend. D Nia hät zueglueget, wie s chliinste Äffli zu ne zrugg gluegt hät – am Warte – und isch still worde. Nia: Si stiehlt en nöd. Si spielt. Klar. Die grosse Affe händ ihri grosse Spiel gha, und si isch halb so gross gsi wie jede Spieler. Also hät si es Spiel in ihrer eigete Gröössi gmacht – fang-mi-doch – und si isch de Champion drvo. De Theo hät a die füüf schrääge Wörter dänkt. Denn hät er si useg'forderet. Richtig. S Beschte vo drü. Die erschti Rundi hät elf Sekunde duuret: d Nia isch nach rächts taucht und hät genau dört zuegriffe, wo s Äffli grad fertig gsi isch mit nöd-dört-si. Eis zu null. Die zwöiti Rundi isch em Guetzli sini Schuld gsi: de Stei isch abegschwebt, und de Guetzli – ändlich sicher, das seig es Aportiere – isch ufgstige wie e zottligi Chanonechugle, hät en us de Luft gschnappt und en stolz em chliinste Äffli abgäh. Nia: Guetzli! Falschi Mannschaft! Zwöi zu null. S Äffli isch vor luter Freud uf em Chopf gstande. Für die dritti Rundi isch si ufe gange – dört, wo si immer gwinnt: de grosse Fiigebaum am Rand vom Graue, de allerletscht Escht, viel z'dünn für d Nia. Si isch am Änd ghockt und hät gwartet, de Stei höch obe. Es isch de Theo gsi oder niemert. Er isch bis zum letschte Escht cho und sini Füess sind stoh bliebe. Die alt Chelti isch em düre s Büüchli uecho. Denn hät sich de Guetzli mit sim ganze warme Gwicht a sim Bei aaglehnt und isch bliebe. Luut, zunere völlig fremde, hät de Theo s wahre Ding gseit. Theo: Ich ha Angscht. Es isch chalt i mim Büüchli und mini Füess wänd nöd. Ich chume trotzdem. Zerscht ei chliine Schritt. Ei chliine Schritt. Denn no eine. Er hät nöd abegluegt. Und mit sinere Angscht ganz offe isch alles ruhig worde inne dinn. Ruhig, und klar. Und düre die Ruhi ine hät sich ihres Gschnätter verändert – und de Theo hät jedes Wort verstande. Kiki: Du bisch UECHO cho! Niemert chunt je uecho! Kiki: D Kiki gwinnt zwöi, du gwinnsch null! D Kiki – Champion vo fang-mi-doch! Und du häsch's RICHTIG gspielt! Theo: Denn häsch du gwunne, Champion Kiki. Nume – mir bruuchid de Stei zrugg. Das isch üsi Tür hei. Es isch in em ufgsprudlet – si redt! – und im Momänt, wo de Chribbel en überschwemmt hät, sind ihri Wörter wieder eifachs Gschnätter gsi. D Kiki hät de Chopf gnäigt. Denn hät si em de warm Stei i d Hand druckt und sin andere Arm höch ghobe, so wie mer en Champion krönt. D Affebande isch usbroche. Sie sind abecho wie en Umzug – d Kiki uf de Nia ihrer Schultere, de Guetzli trottet under sinere Chrone düre. Une hät er d Pfote iiplantet und sini ganzi Bruscht ufgblose – – und d Insle hät gantwortet. Wuff, händ hundert chliini Stimmli s Blätterdach ab gseit. De Guetzli isch drunter ghockt, hät gwädlet, überzügt, er heig ne alles biibraacht, was si wüssed. Sie sind am graue Egge verbii ufem Rückwäg. Em Theo sini Angscht isch jetz chlii und ruhig gsi – chuum es Steinli wärt – und ei Escht am Rand isch im zartischte, neuschte Grüen ufblüeit. Niemert hät's gseh usser de Guetzli. I em Theo sinere Fuscht isch de Stei en halbi Schattierig wärmer gsi. D Kiki hät ei chliine Arm ghobe zumene Champions-Gruess, und hät drü zrugg übercho. Nia: Theo, Guetzli, ich. …Theo, Guetzli, ich. De Theo hät de glänzig Stei höch ghebt. De Estrich, gold und staubig. De Edelstei isch abdunklet zumene schlichte graue Steinli – nume hät d Nia Blätter i de Haar gha und de Guetzli hät immer no sini Schale treit. Die letschte Site sind zue bliebe under ihrem Wachs. All die Jahr, wo de Grospapi dä Stei ghebt hät, hät er für ihn nie eismal glänzt. Aber das hät de Theo no nöd gwüsst. Er hät's nomal probiert vor em Zvieri. Nüüt. Und de graui Fläck isch am Hei-Gah gröösser gsi als wo si cho sind – er isch sich fascht sicher gsi. Morn isch immer no d Schwümmstund gsi. Aber si isch irgendwie e Gröössi chliiner worde. Zerscht ei chliine Schritt. Und das isch de Tag vo de erschte Tür gsi – jetz fertig, ganz und gar fertig, sicher dihei bis am Zvieri. Und irgendwo mittedri, ganz ohni Ufhebe, hät de Theo useg'funde, dass ängschtlich und mutig kei Gägeteil sind – si sind es Team. Aber s nächschte Mal bi «Dä Wunderstei» – de Stei wacht uf ere dunkle Fluet uf, bi eme versunkene Schiff, wo jedes Liecht usgangen isch bis uf eis. Und es neus Gspänli chunt: en Bueb, wo alles drüü Mal liest. Chum wieder, denn gömer zäme düre d Tür. Bis denn – zerscht ei chliine Schritt.